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Die Vernunft der Maschine: Ethik und künstliche Intelligenz

Veröffentlicht von Sarah Heuser auf 27. Februar 2019 09:30:00 MEZ
Sarah Heuser

 

Die Vernunft der Maschine - Ethik und künstliche Intelligenz

Wer sich mit dem Thema künstliche Intelligenz befasst, stößt schnell auf ethische Fragen. Auch in der Berichterstattung über künstliche Intelligenz wird das Thema unlängst stark diskutiert - von euphorisch bis ängstlich, von hoffnungsvoll bis warnend. Die Fragen, die dabei auftauchen, zeigen KI und Entwicklern jedoch noch Grenzen auf.

Künstliche Intelligenz wird salonfähig und geht vom theoretischen Bereich mit ausgereiften Produkten in den globalen Markt hinein. Die Weltorganisation für geistiges Eigentum (WIPO)  gab erst im Januar 2019 bekannt, dass 340.000 KI-bezogene Patente weltweit angemeldet wurden, der Großteil davon nach 2013. Auch die Bundesregierung setzt auf das Thema und hat im letzten Jahr Investitionen über drei Milliarden Euro angekündigt. Auf der Münchner Sicherheitskonferenz 2019 sprach Microsoft-Spitzenmanager Brad Smith mit Papst Franziskus über die ethischen Fragen rund um die künstliche Intelligenz. Er vergleicht deren Potential mit der Erfindung von Elektrizität oder dem Verbrennungsmotor, denn sie wird überall sein und jeden Teil unseres Lebens verändern.

Doch bei all den Belangen von Unternehmen und Bundesregierung das Thema nach vorne zu bringen, sind viele Bürger ängstlich, weil sie nicht wissen, was überhaupt hinter Begriffen wie künstliche Intelligenz und Algorithmen steckt. Laut einer Studie der Bertelsmann Stiftung weiß die Hälfte aller EU-Bürger nicht, was ein Algorithmus ist oder wie er angewendet wird. Auch sieht ein Fünftel der Bürger mehr Probleme als Vorteile und hat Angst vor Manipulation. Deswegen ist ein öffentlicher Dialog zum Thema KI zwingend erforderlich und ethische Grundsätze dürfen nicht ausschließlich vom Staat vorgegeben werden, sondern müssen eng mit Unternehmen, Politik und Gesellschaft entwickelt werden. Denn wenn unter dem Deckmantel der ethischen Probleme der technologische Fortschritt unterdrückt wird, ist keinem geholfen.

Die Zukunft gehört dem Menschen und nicht den Maschinen

Wie wichtig es ist, sich über die Funktionalität von künstlicher Intelligenz Gedanken zu machen, Richtlinien und Regeln für den Umgang zu erstellen, zeigt das Beispiel eines Bewerbungsroboters. Bei einem Unternehmen in den USA hat die künstliche Intelligenz vor dem Bewerbungsprozess festgestellt, dass Menschen, die weiter von der Arbeitsstelle entfernt wohnen, eher ihren Arbeitsvertrag kündigen: Das System sortierte daraufhin diese Bewerber aus. Dass Menschen, die in den Randbezirken wohnen, häufig einer ethnischen Minderheit angehören, fiel erst später auf. Das KI-basierte System hatte also ungewollt eine gesamte Gruppe von Bewerbern diskriminiert, die man nicht benachteiligen wollte.

Aber nicht die künstliche Intelligenz trägt die Verantwortung für diese Diskriminierung, sondern der Mensch – ohne menschliches Mitwirken und regelmäßige Kontrolle funktioniert sie nämlich nicht. Denn anders als Menschen können künstliche Intelligenzen nicht autonom handeln, sondern folgen festgelegten Strukturen und Programmen statt einem moralischen Urteilsvermögen. Als Gesellschaft müssen wir uns darüber klar werden, wie wir eigentlich leben wollen und dafür Sorge tragen, dass die Technologie sich zum Wohle des Menschen entwickelt.

Bewusste Verantwortung mit KI

Und auch Unternehmen müssen sich schon bei dem ersten Berührungspunkt mit einer KI bewusst machen, dass sie die ethische Verantwortung tragen. Denn der Mensch hat die Kontrolle und nicht anders herum. Deshalb sollten KI-Systeme nach ethischen Gesichtspunkten aufgebaut und überwacht werden und auch dann noch ethisch einwandfrei funktionieren. Dabei stellt sich automatisch die Frage, in wie weit Vorurteile von Entwicklern in Algorithmen einfließen oder vielleicht sogar verstärkt werden. Gleichzeitig müssen wir uns als Gesellschaft darüber klar werden, wie wir eigentlich leben wollen und dafür Sorge tragen, dass die Technologie sich zum Wohle des Menschen entwickelt.

Facebook möchte die KI-Ethik erforschen

Um ebendas unter anderem herauszufinden, gab Facebook im Januar 2019 bekannt, ein unabhängiges Institut an der TU München zu unterstützen, um ethische Fragen rund um das Thema KI zu erforschen und erklären. Dafür erntet der Konzern neben Lob für die kritische und wissenschaftliche Erforschung der Ethik-Frage auch Kritik. Denn das Sponsoring über 7,5 Millionen US-Dollar wird auch als günstige Werbemaßnahme wahrgenommen. Nach der monatelangen medialen Präsenz wegen des Datenskandals um Cambridge Analytica, versucht sich Facebook nun als Wahrer der Moral zu positionieren. Selbst wenn wieder einmal eine Panne auftritt, kann das Unternehmen nun auf seine Unterstützung der KI-Ethik-Forschung verweisen.

Zusammenfassung:

Künstliche Intelligenz gewinnt immer mehr an Relevanz in der heutigen Zeit. Deshalb stellt sich auch gleichzeitig die Frage nach ethischen Maschinen.

KI funktioniert nicht ohne den Menschen. Nur er kann autonom und mit eigener Moralvorstellung handeln.

Facebook unterstützt die TU München mit 7,5 Millionen US-Dollar, um Fragen zum Umgang mit der Ethik in KI zu erforschen.

 

 

Topics: Künstliche Intelligenz, KI, Ethik

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